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Burtscheid, Abtei
997 von Kaiser Otto III. als Memorialstiftung für seine Mutter Theophanu gegründetes Benediktinerkloster, seit 1138 reichsunmittelbar, 1220 von Zisterzienserinnen übernommen. 1802 säkularisiert. Die ehemalige Abteikirche St. Johann Baptist ist heute Aufbewahrungsort der ältesten bekannten Nikolausdarstellung nördlich der Alpen: eine aus dem 10.-12. Jahrhundert stammende byzantinische MosaikIkone des Heiligen in einem silbervergoldeten Rahmen des 13. Jahrhunderts. Für die Herkunft der Ikone gibt es zwei legendäre und eine wissenschaftliche Erklärung: Eine Tradition will wissen, die Ikone stamme aus dem Brautschatz der Theophanu. Dem lässt sich entgegenhalten, dass dies aufgrund stilkritischer Untersuchungen eher auszuschließen ist. Nach einer von Caesarius von Heisterbach überlieferten Legende (Dialogus miraculorum, dist. VIII, cap. 76) sei die Ikone nach dem lebenden Nikolaus gemalt worden und von dem Gründerabt, einem legendären griechischen Königssohn Gregor, nach Burtscheid gebracht worden. Die Wissenschaft vermutet dagegen eine Entstehung im 12. Jahrhundert in einer Konstantinopeler Werkstatt. Nach Burtscheid ist die Ikone wahrscheinlich 1220 im Zusammenhang mit der Übernahme des Klosters durch die Zisterzienserinnen gekommen.
© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln
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