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Kerbholz

Das Kerbholz ist uns heute fast nur noch durch die mit drohendem Unterton wiedergegebene Bemerkung bekannt, irgendwer habe noch irgendetwas auf dem Kerbholz. Dieses Kerbholz ist ein „Datenspeicher” der alten vorelektronischen Art, unverschlüsselt, aber nur schwer manipulierbar. Ihr Ort war die Kneipe, ihre Funktion: Das Wissen um die unbezahlte Zeche zu speichern. Diese wurde auf zwei langen Holzstäben, eben den Kerbhölzern; durch Einkerbungen so festgehalten, dass beide Hölzer identische Einkerbungen aufwiesen. Der Wirt konnte so sein Exemplar nicht zu Ungunsten des Zechers manipulieren. Diese Kerbhölzer waren die Vorbilder für das Betholz, Klausenholz oder Vater-unser-Hölzle des Einkehrbrauches am Gedenktag des hl. Nikolaus.

© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

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