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Narrenkappe
Die alte Kopfbedeckung der kahlgeschorenen Schalknarren war die Narrenkappe (auch: Gugel von lat. cucullus), eine runde Mütze mit Eselsohren und Hahnenkamm, der in Form eines gezackten roten Tuchstreifens von der Stirn bis zum Nacken reichte. Diese Narrenkappe war auch Bestandteil der Bekleidung des Till Eulenspiegel. Als nach der Säkularisation der Karneval neu belebt wurde, folgerte das 19. Jahrhundert aus dem alten Sprichwort: Gleiche Brüder, gleiche Kappen für die Narrenkappe: Gleiche Narren, gleiche Kappen und unifomierte die Narren mit einer Narrenkappe. (Jedem Narren seine Kappe meint dagegen: Jeder so, wie es ihm beliebt!). Die Ehre, die moderne Narrenkappe eingeführt zu haben, besitzt kein Alemanne, Bayer oder gar Rheinländer, sondern - man höre und staune - ein Preuße. Generalmajor Baron von Czettritz und Neuhaus hat 1827 die Einführung dieses Kappe in Köln vorgeschlagen. Diese Kappen haben nicht mehr die Gugel zum Vorbild, sondern die Jakobinermütze, die wiederum die phrygische Mütze imitierte. Markant für die ersten modernen Narrenkappen wie für die gegenwärtigen ist die - wenigstens an einer Stelle - nach vor gebogene Spitze, wie sie eben für die phrygische Mütze typisch ist. Die Verzierung mit langen Fasanenschwanzfedern, mit bunten Steinen etc. symbolisiert die lächerliche Eitelkeit des Narren. Man kann sich oft des Eindrucks nicht erwehren, dass einzelne Kappenträger vergessen haben, dass ihre Kopfbedeckung die Eitelkeit lächerlich machen, nicht aber erneut vorführen soll.
© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln
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