
|
Weihnachtsbescherung
Der ironische Ausspruch, dass etwas eine schöne (Weihnachts-) Bescherung sei, kennzeichnet die Zwiespältigkeit, die mit der Bescherung heute verbunden ist. Der nur im Deutschen gebräuchliche Terminus Bescherung ist abgeleitet von dem mittelhochdeutschen Wort beschern, das zuteilen oder verhängen bedeutete. Verwendet wurde der Begriff meist in Verbindung mit Gott oder Schicksal: Es ist mir (von Gott) beschert. Weil die Weihnachtsgeschenke als Geschenke des Christkinds dargestellt wurden, also eine Art von nicht hinterfragbarer Zuteilung waren, wurden Kinder beschert. Zeitpunkt und Form der Bescherung variieren: Heute werden die Kinder meist am Heiligabend nach Anbruch der Dunkelheit zur Bescherung gerufen, andererseits ist es in vielen Familien auch üblich, dass die Kinder ihre Geschenke am Morgen des ersten Weihnachtstages finden. In den Familien wird in der Regel kein Kinderbeschenker bemüht, in katholischen Familien traditionell nie ein Weihnachtsmann. Ein personifiziertes Christkind oder ein leibhaftiger Nikolaus tauchen am Heiligabend im Familienkreis prinzipiell nicht auf. Wenn die Geschenke auf eine solche Person zurückgeführt werden, wird unterstellt, dass sie heimlich da waren Das heimliche Schenken über Nacht ist ein Nikolaus-Relikt.
© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln
zurück zum Seitenanfang
|
|
|
|